Datenschutz – Facebook wegen Weitergabe von Nutzer-Daten verklagt

In den USA wächst der Druck auf Facebook: In einer Sammelklage beschuldigen Bürger die Betreiber das Netzwerk, private Nachrichten systematisch zu untersuchen und die gesammelten Daten an Werbepartner zu verkaufen. Private Nachrichten sind für die Werbeindustrie besonders interessant, da Nutzer darin mehr über sich preisgeben.

 

Über Facebook versandte Nachrichten sollen zu Werbezwecken genutzt worden sein. (Foto: dpa)

 

Über Facebook versandte Nachrichten sollen zu Werbezwecken genutzt worden sein. (Foto: dpa)

 

Eine Sammelklage gegen Facebook behauptet, dass Facebook private Nachrichten der Nutzer mitliest und die gesammelten Daten an Werbepartner verkauft.

 

Die Kläger berufen sich auf unabhängige Forschungsergebnisse. Danach sollen in privaten Nachrichten geteilte Links zum Profil des Senders hinzugefügt worden sein, berichtet die FT. Facebook sagte: „Wir glauben, dass die Vorwürfe haltlos sind, und wir werden uns mit aller Kraft verteidigen.“

 

Matthew Campbell und Michael Hurley klagen im Namen aller Facebook-Nutzer in den USA, die Links in privaten Nachrichten geteilt haben. Millionen Nutzer könnten betroffen sein, denn allein in den USA gibt es 166 Millionen Facebook-Accounts. In der Klageschrift heißt es:

 

„Die Darstellung, wonach der Inhalt von Facebook-Nachrichten ‚privat‘ ist, ist für Facebook besonders profitabel. Denn die Nutzer glauben, dass sie nicht überwacht werden, und geben eher Dinge über sich preis, die sie nicht preisgegeben hätten, wenn sie gewusst hätten, dass der Inhalt mitgelesen wird.“

 

Der Fall erinnert an Klagen gegen Google, dessen E-Mail-Dienst Gmail Daten aus den Mails der Nutzer gewinnen soll. Facebook ist wiederholt wegen seines Umgangs mit Nutzerdaten in die Kritik geraten (mehr hier).

 

Die Kläger fordern 100 Dollar Schadenersatz pro Tag, an dem der Datenschutz eines Nutzers verletzt wurde, oder 10.000 Dollar für jeden Nutzer. Auf Facebook könnten Zahlungen in Höhe von vielen Milliarden Dollar zukommen.

Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten vom 14.01.2014

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