Pensionsfonds als Mülldeponien, Sparbücher als Steuer-Beute: IWF-Papier skizziert drohendes Massaker am Volksvermögen

by markusgaertner on 03/01/2014 · 3 comments

Der IWF zündete in den letzten Tagen des vergangenen Jahres eine Bombe, die im allgemeinen Weihnachts-Trubel und wegen der Silvester-Böller kaum zu hören war. Das Arbeitspapier von Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff (ja, die beiden mit dem spektakulären Rechenfehler) sagt weiten Teilen der westlichen Welt Staatspleiten, Sondersteuern auf Ersparnisse sowie höhere Inflation vorher. Anders sei der Schuldenberg der reichen Länder nicht mehr abzutragen. Die Schulden hätten den höchsten Stand in 200 Jahren erreicht.

Im Klartext: Den Ländern Europas und Nordamerikas steht eine Serie von Schuldenschnitten im Stil der 30er Jahre bevor, dazu jede Menge Grausamkeiten aus dem Werkzeug-Kasten des IWF, wie sie bislang mit Vorliebe Schwellenländern in Asien und Lateinamerika zur Abwehr von Finanzkrisen verabreicht worden sind.

Laut Reinhart und Rogoff klammern sich Eliten im Westen bilang an die gefährliche Illusion, dass reiche Länder anders sind und sich daher mit einem Mix von Austerität, Wachstum und finanzieller Repression (schleichender Enteignung der Sparer) aus der Klemme befreien können. Den Parteien und Regierungen wirft der IWF eine kollektive Ausklammerung der Realität vor. Die Annahmen, die ihrer Politik zugrunde lägen, seien viel zu optimistisch.

Die Krise werde daher verschleppt, eine nachhaltige Lösung verhindert. Als Folge werde sich die Rechnung am Ende deutlich erhöhen. Eine Schuldenunion in der Eurozone könne den Druck zu schroffen Maßnahmen vorübergehend lindern, bürde aber den Steuerzahlern im Norden Europas höhere Kosten auf.

Dem Euroland könne als Folge eine fortgesetzte Rezession mit einer Verschärfung der Schuldenkrise und schlimmeren Folgen durch die Vergreisung drohen.

Für Deutschland ist die Botschaft in dem brisanten Papier klar: Deutschland und andere Kreditgeber in der Eurozone wären besser dran, wenn sie  in größerem Umfang Schulden erlassen, anstatt durch Kollektivierung der weiter wachsenden Schulden der Wackelländer kostbare Zeit zu kaufen und u vergeuden.

So heißt es in dem Papier zu der Selbst-Verblendung der politischen Eliten im Westen:

In Europe, where the financial crisis transformed into sovereign debt crises in several countries, the current phase of the denial cycle is marked by an official policy approach predicated on the assumption that normal growth can be restored through a mix of austerity, forbearance, and growth. The claim is that advanced countries do not need to apply the standard toolkit used by emerging markets, including debt restructurings, higher inflation, capital controls, and significant financial repression.

Das Papier zum Außmaß der Schulden im historischen Vergleich:

As the figure illustrates, the emerging markets actually deleveraged in the decade before the financial crisis, whereas advanced economies hit a peak not seen since the end of World War II. In fact, going back to 1800, the current level of central government debt in advanced economies is approaching a two-century high-water mark.

Audrücklich wird in dem Papier erwähnt, dass verlustreiche und wertlos gewordene  Anleihen in einer kollektiven Müll-Aktion bei Pensionsfonds und Versicherungen abgeladen werden können, um in flankierenden Gesetzen dann eine wesentlich geringere Verzinsung als zuvor angenommen per Regulierung durchzupauken:

Financial repression has already been mentioned; governments can stuff debt into local pension funds and insurance companies, forcing them through regulation to accept far lower rates of return than they might otherwise demand.

{ 3 comments…  }

landbewohner January 3, 2014 at 11:14
wer sich das unheilvolle treiben des iwf in den letzten jahren und
jahrzehnten angesehen hat, der wußte auch, was die stunde
geschlagen hatte, als man den iwf zur bekämpfung der “eurokrise”
mit ins boot holte. die griechen haben das dann auch sehr schnell
gespürt.
Raus aus Deutschland January 3, 2014 at 11:19 
Erst dem deutschen Michel die Kapital-Lebensversicherungen aufs
Auge drücken und danach das gesammelte Kapital des deutschen
Michels in den Versicherungen umtauschen in Müll-Anleihen.

Frage: Wer das mit sich machen läßt wo es soooooo offensichtlich ist,

trägt die Person da nicht eine ERHEBLICHE Mitschuld? Schon vor

30 Jahren hat ein Richter öffentlich gesagt das Kapital-Lebensversicherungen

LEGALER Betrug sind. Wer weiß das er betrogen wird und trotzdem sich

weiter betrügen läßt darf sich später nicht beklagen. Strafrechtlich geht

der Betrüger dann straffrei aus.

Ich kann da nur noch drüber schmunzeln………..

Reply

micha January 3, 2014 at 20:55
Als ich Anfang der 90er mich selbständig machte im zarten
Alter von 20 haben alle mich komisch angeschaut als ich sagte :
Die Rente ist eh tot bis ich was bekommen soll… Wir sind nahe
dran…wenn auch etwas anders als damals gedacht
..
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