Lissabon: Aus Müllstreik wird Bankenprotest

Seit Weihnachten bis voraussichtlich heute streikte in Lissabon die Müllabfuhr. Der Müll stapelte sich zunächst in den Strassen, bis die Bewohner Lissabons dazu übergingen, aus der Not eine Protestaktion zu machen. Sie stapelten den Müll kurzerhand vor den Banken, wegen deren das Land in einer grossen Krise steckt.

Gegen die angekündigten Sparmassnahmen der Stadt, sprich Renten- und Lohnkürzungen, streikten Angestellte des öffentlichen Dienstes seit Weihnachten bis heute. Gut möglich, dass der Streik aber weiter geht oder erneut ausgerufen wird, wenn sich die Gewerkschaften nicht einigen können.

Der Müll stapelte sich in den letzten Wochen in den Strassen Lissabons, obwohl Bürgermeister Antonio Costa dazu aufrief, keinen Müll mehr auf die Strasse zu stellen. Doch darauf hörte niemand. Im Gegenteil: Statt die Müllsäcke auf die Strasse zu werfen, stapelten wütende Bürger den Müll vor den Banken Lissabons, wo viele den Ursprung der gewaltigen Finanzprobleme sehen.

Aufgerufen zum Müllprotest hat die Aktivistengruppe Olixonosbancos, die in Portugal seit Jahren mit kreativen Demonstrationen auffallen. Rund eineinhalb Millionen Facebook-Fans informieren sich über die Protestaktionen der Aktivistengruppen, deren Feindbilder die Zentralbanken sind, die für das rigide Sparprogramm verantwortlich sind. Noch ist es in Portugal ruhig, doch schon bald könnte es zu ähnlichen Ausschreitungen kommen wie in Griechenland.

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